
Am 17. Februar fand in unserer Klasse 5DS ein Workshop von ZARA (Zivilcourage und Antirassismus Arbeit) zum Thema „Asylverfahren“ statt. Wir hatten die Gelegenheit, uns intensiver mit dem Thema zu beschäftigen und mehr darüber zu erfahren, wie ein solcher Prozess in Österreich abläuft. Eine Expertin besuchte unsere Klasse und erklärte uns zunächst ausführlich, wie ein Asylantrag gestellt wird und welche Schritte anschließend erfolgen. Sie ging auch darauf ein, welche Rechte und Pflichten Asylsuchende während des Verfahrens haben und welche Behörden daran beteiligt sind. Durch ihre Erklärungen und die Möglichkeit, viele Fragen zu stellen, bekamen wir einen guten und verständlichen Überblick über dieses komplexe Thema.
Besonders interessant war, dass wir im zweiten Teil des Workshops selbst aktiv werden konnten. Jeder von uns durfte eine Rolle im Asylverfahren übernehmen. Einige spielten Asylsuchende, andere übernahmen Rollen bei verschiedenen Behörden oder Organisationen. Dadurch konnten wir das Verfahren realistisch nachspielen und erfuhren mehr über die Zusammenarbeit der einzelnen Stellen.
Zu den Rollen gehörte beispielsweise die Polizei, die oft die erste Stelle ist, mit der Asylsuchende in Kontakt kommen, nimmt persönliche Daten auf und leitet die Personen an die zuständigen Behörden weiter. Im Anschluss folgt das Zulassungsverfahren, in dem geprüft wird, ob Österreich für den Asylantrag überhaupt zuständig ist. Eine wichtige Rolle spielt auch die Regionaldirektion des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl (BFA). Diese Behörde führt das eigentliche Asylverfahren durch, spricht mit den Asylsuchenden über ihre Fluchtgründe und entscheidet schließlich über den Antrag. Während des laufenden Verfahrens erhalten viele Asylsuchende Unterstützung durch die Grundversorgung. Dazu gehören beispielsweise eine Unterkunft, Verpflegung, medizinische Versorgung und ein kleines Taschengeld. Auch das Arbeitsamt kann eine Rolle spielen, wenn es um Informationen zu Arbeits- oder Ausbildungsmöglichkeiten geht. In bestimmten Situationen kann es auch zur Schubhaft kommen, etwa wenn eine Abschiebung vorbereitet wird oder wenn wichtige Fragen zur Identität geklärt werden müssen. Eine sehr wichtige Unterstützung bietet außerdem die Rechtsberatung, die Asylsuchenden ihre Rechte erklärt und ihnen bei rechtlichen Fragen hilft. Darüber hinaus gibt es verschiedene Hilfsorganisationen, die Asylsuchende im Alltag unterstützen und ihnen bei Problemen zur Seite stehen.
Das über zwei Stunden dauernde Rollenspiel war für uns alle eine sehr spannende Erfahrung. Durch das aktive Mitmachen konnten wir viel besser nachvollziehen, wie ein Asylverfahren abläuft und wie viele unterschiedliche Stellen daran beteiligt sind. Gleichzeitig wurde uns bewusst, dass hinter jedem Antrag eine persönliche Geschichte steht und dass Entscheidungen in solchen Verfahren oft schwierig sind.
Insgesamt war der Workshop für unsere Klasse sehr lehrreich und interessant. Wir haben nicht nur viele neue Informationen erhalten, sondern auch ein besseres Verständnis für die Situation von Asylsuchenden sowie für die Arbeit der verschiedenen Behörden und Organisationen entwickelt.
